Im klassischen Lebenslauf steht unter "Berufserfahrung" eine Handvoll Stationen, jede zwei bis fünf Jahre lang. Bei Freelancern sieht die Realität anders aus: fünfzehn, zwanzig, dreißig Projekte, manche drei Monate kurz, manche parallel.
Wer diese Realität in das Format einer Festanstellungs-Vita presst, produziert entweder eine unlesbare Tapete oder verschenkt seine stärksten Argumente. Die Projektliste braucht ihre eigenen Regeln.
Was in jeden Projekteintrag gehört
Ein Eintrag, der einem Auftraggeber oder Vermittler alles gibt, was er braucht:
- Zeitraum und Umfang: "03/2024 bis 12/2024, 4 Tage/Woche, remote"
- Kunde nach Branche und Größe, wenn du den Namen nicht nennen darfst: "Versicherungskonzern, DAX-Umfeld" sagt genug
- Deine Rolle in einem Satz: Was warst du in diesem Projekt, nicht was war das Projekt
- Zwei bis vier Ergebnisse, konkret: "Ladezeit des Checkouts um 60 % reduziert", nicht "Frontend optimiert"
- Der Stack, als kompakte Zeile am Ende des Eintrags
Was nicht hineingehört: Teamgröße-Prosa, Projektbeschreibungen aus Kundensicht, jede einzelne verwendete Bibliothek.
Die Reihenfolge ist ein Werkzeug
Chronologisch rückwärts ist der Standard, aber kein Gesetz. Wenn du dich auf ein Data-Engineering-Projekt bewirbst und dein stärkstes Data-Projekt liegt zwei Jahre zurück, dann darf es trotzdem prominent stehen, etwa in einer Sektion "Relevante Projekte" oberhalb der vollständigen Liste.
Der Leser sucht nicht deine Biografie. Er sucht Belege, dass du sein Problem schon einmal gelöst hast. Ordne so, dass er sie findet.
Kürzen ist keine Lüge
Bei zwanzig Projekten in zehn Jahren darf die Liste hinten dünner werden. Projekte, die älter als sechs, sieben Jahre sind oder nichts mit deinem heutigen Profil zu tun haben, kannst du zu einer Zeile zusammenfassen: "2014 bis 2017: diverse Projekte im Agenturumfeld (PHP, WordPress)".
Das ist kein Verschweigen, das ist Lesbarkeit. Ein CV mit sechs relevanten, gut dokumentierten Projekten schlägt einen mit zwanzig hingeworfenen. Ob deine Projektliste als Ganzes überzeugt, kannst du vorab mit unserem CV-Check gegenprüfen.
Das Problem mit der einen Master-Liste
Und hier wird es unbequem: Die ideale Projektliste sieht für jede Bewerbung anders aus. Für das eine Projekt zählt deine Cloud-Erfahrung, für das nächste deine Branchenkenntnis im Banking. Reihenfolge, Auswahl und sogar die Formulierung der Ergebnisse müssten sich jedes Mal ändern.
Die meisten Freelancer wissen das und tun es trotzdem nicht, weil es pro Bewerbung eine Stunde kostet. PitchFuchs macht genau diesen Schritt automatisch: Es liest die Ausschreibung und stellt deine Projekte so zusammen und dar, dass die relevanten vorn stehen. Du prüfst das Ergebnis und bewirbst dich.