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9. Juli 2026

Stundensatz im Anschreiben nennen: ja oder nein?

FreelanceStundensatzAnschreibenProjektakquise

Kaum eine Frage spaltet Freelancer so zuverlässig wie diese: Nennst du deinen Stundensatz schon in der Bewerbung, oder wartest du aufs Gespräch?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wer deine Bewerbung liest. Aber es gibt klare Kriterien, an denen du dich orientieren kannst.

Wann die Zahl in die Bewerbung gehört

Wenn die Ausschreibung danach fragt. Klingt banal, wird aber erstaunlich oft ignoriert. Steht in der Ausschreibung "bitte mit Stundensatz", dann nenne ihn. Eine Bewerbung, die diese Angabe weglässt, wirkt wie ein Lebenslauf, der die halbe Ausschreibung nicht gelesen hat. Viele Vermittler sortieren solche Bewerbungen direkt aus, weil sie dem Endkunden keine unvollständigen Profile weiterreichen können.

Wenn ein Vermittler zwischen dir und dem Kunden sitzt. Agenturen wie Hays, GULP oder freelancermap-Vermittler arbeiten mit Margen. Sie müssen deine Zahl kennen, bevor sie dich anbieten. Ohne Stundensatz bist du für sie ein unfertiger Datensatz, und unfertige Datensätze bleiben liegen.

Wenn dein Satz ein Filter sein soll. Wer bewusst im oberen Segment arbeitet, kann die Zahl nutzen, um Anfragen auszusortieren, die ohnehin nicht zum eigenen Modell passen. Das spart beiden Seiten Zeit.

Wann du sie besser weglässt

Wenn du direkt mit dem Endkunden sprichst und das Projekt unscharf ist. Ein Stundensatz ohne Kontext lädt zum Vergleichen ein. 110 Euro klingen neben 85 Euro erstmal teuer, solange niemand weiß, dass du die Aufgabe in der Hälfte der Zeit löst. Im Gespräch kannst du den Preis mit deiner Erfahrung verknüpfen. In der Bewerbung steht er nackt da.

Wenn die Ausschreibung Spielraum signalisiert. Formulierungen wie "Konditionen nach Vereinbarung" sind eine Einladung, erst über Passung zu reden und dann über Geld.

Wie du den Satz nennst, wenn du ihn nennst

Drei Dinge haben sich bewährt:

Eine Zahl, kein Bereich nach unten. "95 bis 110 Euro" liest jeder Einkäufer als "95 Euro". Wenn du einen Bereich angibst, dann nach oben: "ab 95 Euro, je nach Umfang und Remote-Anteil".

Kontext in einem Halbsatz. "Mein Stundensatz liegt bei 105 Euro, remote, inklusive Abstimmung und Dokumentation." Das nimmt der Zahl die Nacktheit und zeigt, was drinsteckt.

Keine Rechtfertigung. Ein Satz reicht. Wer seinen Preis auf fünf Zeilen verteidigt, klingt, als glaube er selbst nicht daran.

Der eigentliche Punkt

Ob der Stundensatz in der Bewerbung steht, entscheidet selten allein über Zu- oder Absage. Was entscheidet: ob der Rest der Bewerbung zeigt, dass du das konkrete Problem des Projekts lösen kannst. Eine passgenaue Bewerbung macht die Preisfrage kleiner. Eine generische macht sie zum einzigen Kriterium, das übrig bleibt.

Genau dafür gibt es PitchFuchs: Du leitest die Projektausschreibung weiter und bekommst einen Lebenslauf und ein Anschreiben, die auf die konkreten Anforderungen zugeschnitten sind. Den Stundensatz setzt du selbst, den Rest musst du nicht mehr jedes Mal neu schreiben.

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